Freitag, 25. November 2016

Sad but true



Warning: The following is a rant and may provoke...

I just received an inquiry with the following parameters:
Volume: 6000 Words
Rate: 0.05 USD per word
Deadline: Monday, 28.11.2016, 02.00 PM CET

The topic would be right down my alley, but that would be about the only positive thing about this. Were I to accept, I would have to work this weekend AND for a rate that would bring me close to starvation if that was my standard rate. 

So let me think about this... not really! Particularly as the mail starts with "Hello" and has been sent to I don't know how many other translators, I won't even bother to answer. This mail will go straight into the "round filing tray" as we say in German (aka the trash folder).

What does bother me, however, is that I am sure there will be plenty of translators answering and offering their services, maybe even with an additional discount?! Because these low rates wouldn't be requested if they weren't being offered. I just don't understand how (full-time) translators can live off these peanuts. And as the language combination is English-German, the number of professionals living in a developing or emerging country should be pretty low, too, so that can't be it, either.

I know, this topic has been discussed to exhaustion without any useful conclusion or solution, but it still bugs me. And yes, there are an infinite number of reasons why translators work for these rates, but I have yet to hear one that is acceptable or even logical, in my opinion. 
- Not working full-time? Why does that seem to automatically mean that your work is worth less than that of a full-time translator?
- Just starting out? A car mechanic will charge you full price even if the apprentice is working on the carburetor.
- Living in a country where the cost of living is low? Well, why not charge what you're worth and live the good life?
- Love working around the clock? Good for you, that means you could make heaps of money in a lot less time.

What's more, don't these lowballers realize that they not only are making life harder for them in the long run, but also for the rest of us? Wouldn't it be a lot smarter to ask for appropriate pay (even if they don't need it for whatever reason) and enjoy life?

So my wish for this Christmas: that ALL translators EVERYWHERE ask for pay that reflects the hard work they put in and that ALL clients (both direct and agencies) recognize translation for what it is: a profession that requires discipline, life-long learning and a whole slew of skills not just anyone possesses. (That's why we are called professionals, btw.)

OK, end of rant, but I just had to get that off my chest...

Donnerstag, 17. November 2016

Die Optik eines Dolmetschers

Neulich habe ich im Unterricht darüber gesprochen, wie wichtig ein gepflegtes und professionelles Erscheinungsbild ist. Daraufhin hat eine Schülerin gefragt, ob ein Piercing oder Tattoo die Chancen, Arbeit als Dolmetscher zu bekommen, beeinflusst.

Ich habe ihr gesagt, dass es vermutlich sehr auf den potentiellen Auftraggeber ankommt. V.a. bei vielen Start-Ups könnte ich mir vorstellen, dass es sie nicht stört oder sie es sogar vertrauenerweckender finden, wenn der Dolmetscher so "hip" erscheint. Andere fänden es vermutlich wieder eher abschreckend und ein Zeichen fehlender Professionalität, mit (wenn auch unbegründeten) Rückschlüssen auf mangelnde Fähigkeiten.
Letztendlich ist es aber die Entscheidung jedes Einzelnen, wie wichtig ihr oder ihm die Individualität und das dazugehörige Aussehen ist - mit den entsprechenden Konsequenzen.

Was meinen denn die Kolleginnen und Kollegen? Oder auch Auftraggeber? Wie sehr beeinflusst ein Tattoo oder Piercing den Eindruck beim Auftraggeber (wenn der Rest (Kleidung, Auftreten etc.) passt)?

Freitag, 11. November 2016

Post-election post

If there was one topic it was impossible to get around this week, it was the presidential election in the US of A. And as seemingly everyone has had to have their say, I thought I'd share my two cents worth, as well. But don't worry, it's not going to be political in any way.

Nope.

The thing I would like to get off my chest, now that Donald Trump is going to be the next president, is this:
I wonder how I will be able to use his speeches and statements in my interpreting classes after having gotten used to Obama's topics and his way of talking.

That's all.

Clinton would have been an old familiar, as I've been using her speeches for years, but Trump?

But I'm sure we'll be hearing a lot more (besides his campaign topics, I mean) from Trump until his inauguration, so it won't be all new and unfamiliar.

And that's all I'm going to say about that here.

Freitag, 4. November 2016

Muttersprache - Nachschlag

Irgendwie verfolgt mich das Thema Sprache zur Zeit...

Als Nachschlag für meinen Post von vorletzter Woche hier noch ein paar erstaunlich aktuelle Zitate, die ich dazu sehr passend finde. (Erstaunlich vor allem, wenn man sich die Lebensdaten einiger ihrer Urheber ansieht!)

Deshalb sollte ein wesentlicher Gesichtspunkt
für den Gebrauch jedes Fremdwortes sein,
ob es unersetzbar ist, weil es eine wirkliche Lücke ausfüllt.
Es wird sich dann herausstellen, daß die Verteidigung
von Fremdwörtern oft nur die Verteidigung
der Bequemlichkeit ist, die wir uns nicht erlauben sollten.
Gustav Heinemann (1899 - 1976)

Für ein Volk ist seine Sprache etwas Besonderes. In ihr wohnt sein ganzer Gedankenreichtum an Tradition, Geschichte, Religion und Grundsätzen des Lebens, sein Herz und seine Seele. Die Sprache, in der ich erzogen bin ist meine Sprache. So wie ein Kind alle Bilder und neuen Begriffe mit dem vergleicht, was es schon weiß, so paßt unser Geist insgesamt alle Sprachen der Muttersprache an. Sie behält er auf der Zunge, damit er nachher desto tiefer in den Unterschied der Sprachen eindringe. Sie behält er im Auge, daß, wenn er dort Lücken entdeckt, er den Reichtum der seinen, liebgewinne und ihre Armut, wo es sein kann, mit fremden Schätzen bereichere. Sie ist der Leitfaden, ohne den er sich im Labyrinth fremder Sprachen verirrt. Nicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen, sondern ich gehe bloß durch fremde Gärten, um für meine Sprache Blumen zu holen.
Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

Es ist ein Zeichen, daß wir uns selbst gering achten, solange wir uns gegen uns und gegen andere Nationen unserer Sprache schämen. (...) Die Sprache, in der ich erzogen bin, ist meine Sprache. Nicht um meine Sprache zu verlernen, lerne ich andere Sprachen; nicht um die Sitten meiner Erziehung umzutauschen, reise ich unter fremde Völker; nicht um das Bürgerrecht meines Vaterlandes zu verlieren, werde ich ein naturalisierter Fremder: denn sonst verliere ich mehr, als ich gewinne. Sondern ich gehe bloß durch fremde Gärten, um für meine Sprache, als eine Verlobte meiner Denkart, Blumen zu holen: ich sehe fremde Sitten, um die Meinigen, wie Früchte, die eine fremde Sonne gereift hat, dem Genius meines Vaterlandes zu opfern.
Johann Gottfried Herder (1744 - 1803)

Es ist ein Fluch, in einem Volk als Dichter zu leben, das seine eigene Sprache nicht kennt, nicht liebt, nicht pflegt, nicht schützt. [...] Es gibt in Europa kein andres Land, in dem man Professor, Arzt, Minister, Kult(us)minister, Akademiemitglied, Ehrendoktor, Bürgermeister und Abgeordneter werden kann, alles ohne seine eigene Sprache anständig reden und schreiben zu können.
Hermann Hesse (1877- 1962)

Ein Volk, das seine eigene Sprache verlernt,
gibt sein Stimmrecht in der Menschheit auf
und ist zur stummen Rolle
auf der Völkerbühne verwiesen.
Friedrich Ludwig Jahn (1778 - 1852)