Donnerstag, 21. November 2013

Dankeschön

Ja, mir rennt die Zeit schon wieder davon, obwohl diese Woche doch eigentlich etwas ruhiger ist, aufgrund des Feiertags und weniger Unterricht. Trotzdem habe ich schon wieder zu viel um zu tun, und morgen geht es dann auch noch auf Vorstandsklausur des BDÜ LV Bayern bis Samstag, d.h. die Woche ist schon wieder rum, und es muss ein Blog-Beitrag her!
Deswegen erlaube ich mir diesen schönen Beitrag der Kollegin von der Übersetzercouch hier zu kopieren:

Danke! Undank ist (nicht nur) des Übersetzers Lohn

In dem Roman, den ich gerade lese, passiert als Nebenhandlung etwas Außerordentliches: Da bedankt sich ein Leser nicht beim Autor, sondern beim Übersetzer eines nicht sehr bekannten Werks, denn „ohne den Übersetzer wäre er niemals in den Genuss dieses Buches gekommen“. Ein sehr schöner Gedanken: Ein Autor kann die schönsten Bücher schreiben, aber ohne Übersetzer bleiben diese größeren oder kleineren Meisterwerke vielen Lesern weltweit vorenthalten.
In der Praxis aber ziemlich weit hergeholt. Da ich beruflich ja nun weniger in der literarischen Welt, sondern eher im Marketingbereich unterwegs bin, bezweifle ich, dass sich ein Leser bei mir für seinen tollen Urlaub bedanken wird, den er wahrscheinlich nicht hätte antreten können (oder wollen), wenn ich nicht Hotelwebsites, Sonderangebote und Landesinformationen übersetzt hätte. Oder die Friseurin, die den modernen Hochleistungsföhn aus den USA nur deshalb richtig bedienen kann, weil ich mich (trotz Kurzhaarfrisur) nächtelang mit den Vor- und Nachteilen des Geräts auseinandergesetzt habe, um eine korrekte und vor allem brauchbare Übersetzung der Anleitung zu liefern. Ganz ehrlich, das würde ich auch niemals erwarten, aber allein der Gedanken ist sehr inspirierend.
Denn Tatsache ist: In den seltensten Fällen wird man uns Übersetzern danken. Im Gegenteil, oft werden wir sogar zu Sündenböcken, wenn Haushaltsgeräte nicht richtig funktionieren, Webseiten keine Besucher anlocken oder Produkte sich nicht verkaufen. Da wird oft eine ganze Zunft (die noch nicht mal eine ist!) in den Dreck gezogen, dabei hat das oft nichts mit Übersetzern aus Fleisch und Blut zu tun, sondern mit Google Translate.
Und um jetzt endlich zum Punkt zu kommen: So viele Menschen arbeiten tagtäglich für uns, einige davon sind unsichtbar und andere sehen wir nicht. Sei es, um es uns zu ermöglichen, ein gutes Buch zu lesen, das unser Herz erwärmt, oder um einen Heizstrahler zu installieren, der uns die Füße wärmt. Oder um unser tägliches Leben zu erleichtern. Der Busfahrer, der Koch in der Kantine, der Lokführer, die Straßenkehrer, die Gärtner in den öffentlichen Parks, der Straßenpolizist (ja, ok, das ist jetzt gewagt, aber der macht auch nur seinen Job). Ich finde, wir sollten alle anfangen, uns bei diesen Menschen zu bedanken. Vielleicht im Stillen, mit einem Gedanken, oder mit einem Lächeln oder mit einem Kompliment für die gute Arbeit, oder mit ….
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photo credit: woodleywonderworks via photopin cc

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