Freitag, 12. April 2013

Agenturen - die Zweite

Ich war gestern und heute auf einem Dolmetscheinsatz in Nürnberg für eine internationale Konferenz. Wir waren zu acht, jeweils zwei Dolmetscherinnen pro Team, um die drei mal vier parallel stattfindenden Workshops zu verdolmetschen. Organisiert hatte das Ganze eine für mich neue Agentur, die mich bereits im Dezember angefragt hatte. Diese Agentur fällt erfreulicherweise nicht in die Kategorie "Umtüter" (wie hier berichtet), denn der Vorlauf war wunderbar, die Kommunikation sehr gut, und es gab jede Menge Vorbereitungsmaterial (alle Präsentationen) und Unterstützung im Voraus. Wir durften uns sogar die Themen aussuchen, die wir bevorzugt dolmetschen wollten! Vor Ort war auch alles prima organisiert und wir waren gut versorgt, sowohl was das Technische betraf (der Chef der Technik-Firma war selbst mit dabei und wusste genau, wie man Dolmetscher glücklich macht), als auch die "kleinen" Dinge (wie Wasser ohne Kohlensäure).

Leider war die Dame von der Agentur, die alles organisiert hatte, krank und konnte so nicht vor Ort dabei sein. Und das stellte sich leider als Problem heraus, denn bei der Planung wurde übersehen, dass nach den Workshops auch noch eine Schlussveranstaltung (fast drei zusätzliche Stunden) stattfand, bei der ebenfalls gedolmetscht werden sollte, aber das hatte niemand eingeplant. Als es darum ging festzulegen, welche zwei von den acht Dolmetscherinnen dies übernehmen sollten, gab es leider einige Verwirrung, so dass am Ende jeweils zwei Teams dachten, sie würden länger bleiben. Der Kunde entschied schließlich (aus etwas eigenartigen Gründen), welche zwei Kolleginnen bleiben sollten, und zwar erst fünf Minuten vor Beginn der Schlussveranstaltung. Dass eine Kollegin extra noch einen Termin verschoben hatte und dann nach hause geschickt wurde, war natürlich besonders unschön.

Das ganze Schlamassel hätte eigentlich ganz einfach vermieden werden können, ohne dass irgendjemand sich übergangen, falsch behandelt oder sonstwie auf den Schlips getreten gefühlt hätte. Es hätte nur eine der Dolmetscherinnen als Ansprechperson ausgewählt werden müssen, und zwar unabhängig davon, ob die Agenturrepräsentantin krank war oder nicht. Diese Person hätte dann als Kontakt zwischen allen Parteien (Dolmetschern, Agentur, Kunde) fungiert und im Notfall auch entsprechende Entscheidungen treffen können.
Beim nächsten Einsatz mit mehreren Teams (egal mit welcher Agentur) werde ich auf jeden Fall vorher nachfragen, wie das geregelt ist und bei Bedarf diese Lösung vorschlagen. Aber eigentlich sollte das doch selbstverständlich sein, oder?

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