Dienstag, 11. Oktober 2011

Richtiges Denglisch

Als ich 2004 nach 10 Jahren USA wieder nach Deutschland kam, war ich überrascht (und ziemlich entsetzt) wie viele englische und vermeintlich englische Wörter sich in den deutschen Alltagswortschatz eingeschlichen hatten. V.a. bei Dingen, für die es wunderbare deutsche Wörter gab, hat mich das ziemlich aufgeregt - und tut es immer noch.
Auf einmal gab es keine Handzettel mehr sondern nur noch Flyer, statt Versammlungen oder Treffen gingen alle zu Meetings, und Fortbildungen waren zu Trainings mutiert (der Plural tut mir jedes mal aufs Neue weh). 

Image: suphakit73 / FreeDigitalPhotos.net
Das Paradebeispiel für Denglisch ist in meinen Augen aber immer noch das gute alte Handy. In letzter Zeit bin ich mir allerdings nicht mehr so sicher, ob diese Bezeichnung nicht vielleicht doch sehr viel treffender ist als gedacht.
Wer auch immer die Idee hatte das - mit seinen fünf Silben zugegebenermaßen doch recht lange - Mobiltelefon als "Handlich" zu bezeichnen muss zumindest latente wahrsagerische Fähigkeiten gehabt haben, denn was ist ein Mobiltelefon (neudeutsch "Smartphone") heutzutage, wenn nicht handlich? Es hat alles dabei, was man so braucht - Kontaktliste, Terminkalender, E-Mail, Internetzugang, Social Media, Chat, Musik, eBücher etc. - und noch so einiges mehr, was man vielleicht nicht so dringend braucht, das Leben aber netter macht. Und das alles in einem, genau, sehr handlichen Format!

Ach ja, telefonieren kann man damit auch noch, aber falls das mal nicht mehr wichtig sein sollte, passt der Name ja trotzdem immer noch, und dann sogar auch auf Englisch...

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