Donnerstag, 30. Dezember 2010

Letzer Beitrag des Jahres

Morgen ist der letzte Tag des Jahres 2010 - Zeit für den fast schon obligatorischen Rückblick: auf mein erstes Jahr als Blogger, und auf das Jahr überhaupt.

Rein statistisch gesehen habe ich meinen Vorsatz, jede Woche mindestens einen Beitrag zu schreiben, erfüllt: Dies ist Beitrag Nummer 74. Zugegeben, manchmal bestanden diese Beiträge "nur" aus Verlinkungen, Videos oder Beiträgen anderer Schreiber. Trotzdem bin ich schon ein bisschen stolz auf mich, dass ich das tatsächlich durchgezogen habe - selbst im Urlaub gab es Neues, dank der Möglichkeit die Veröffentlichung zu terminieren. Und außerdem: das Web 2.0 ist doch ein Ort, an dem Ideen weiter gegeben werden, somit habe ich doch eigentlich alles richtig gemacht, oder? ;) Schließlich habe ich auch immer brav meine Quellen angegeben.... Und es war ja auch nicht so, als hätte ich selber gar nichts zu sagen gehabt!
Leider war die Rückmeldung meiner Leser (und ich gehe mal davon aus, dass es doch mehrere sind, nachdem mein Blog alleine diesen Monat schon 400 mal angeschaut wurde) eher spärlich - ein Wunsch für nächstes Jahr also: mehr aktive Beteiligung, bitte! So immer ins Leere zu rufen ist schon ein bisschen einsam....

Was 2010 aus geschäftlicher Sicht betrifft, kann ich auch nicht klagen , eher im Gegenteil. Langsam denke ich, dass ich eine gute Balance zwischen Arbeit und Leben gefunden habe, nicht zuletzt auch dank meiner tollen und regelmäßigen Kunden, und inzwischen kann ich sogar schon ohne schlechtes Gewissen "Nein" sagen! :)
Meine Präsenz im Web, mit diesem Blog, Twitter, Webseite, diverse Mitgliedschaften in Online-Communities etc., hat sich schon wiederholt ausgezahlt. Diese Zeit ist also auch definitiv gut investiert!
Kurz gesagt: Für mich war 2010 ein durchweg gutes Jahr!

Und was wünsche ich mir für 2011? Vor allem gute Gesundheit, regelmäßige Arbeit, nette Kunden, viel Abwechslung und Neues, wenig Stress. Und das wünsche ich auch allen Lesern!
Bis nächstes Jahr!

Donnerstag, 16. Dezember 2010

memoQ

So, nachdem ich mich seit Montag erfolglos mit SDL Studio 2009 SP3 herumschlage und jetzt auch nicht mehr zu SP2 zurück kann und auch noch die bisher unangetastete Version auf dem Notebook nicht mehr richtig funktionieren will, ist der Entschluss ein anderes CAT-Tool zu kaufen gefallen.
So begeistert ich von Studio 2009 eigentlich bin, dieses ständige Theater bei jedem Update, ungenügende Patches und Hotfixes, und das ewige Problem mit Java reicht mir jetzt einfach.
Ich habe memoQ schon seit ich es kenne allen empfohlen, die noch kein Tool haben, weil es einfach nur toll ist, und v.a. auch der Support spitze, was ich so mitgekriegt habe. Bis jetzt hatte ich es aber für unsinnig gehalten, mehr als ein Tool zu haben, weil man ja eh immer nur eines benutzt, weil das ständige Wechseln allein schon mit den Termbanken und Translation Memories lästig ist, und meines hat ja (meistens) doch ausreichend funktioniert. Aber jetzt habe ich echt die Nase voll!
Und der nette Gruppenkauf auf ProZ.com hat mich jetzt doch dazu bewogen, diesen Schritt zu gehen.
So there.

Dienstag, 14. Dezember 2010

Zitat des Tages - Quote of the day

The people of Spain think Cervantes
The equal of a half dozen Dantes;
An opinion resented most bitterly
By the people of Italy...


(Source unknown)

Montag, 6. Dezember 2010

Der letzte noch lebende Dolmetscher bei den Nürnberger Prozessen

Es ist zwar schon wieder eine Woche her, aber es war so viel los, dass ich erst jetzt zum Berichten komme.

Am 21. November 2010 eröffnete das "Memorium Nürnberger Prozesse" im Landgericht Nürnberg, eine Einrichtung der museen der stadt nürnberg, bestehend aus einer umfassend informierenden Dokumentationsausstellung und dem Schwurgerichtssaal. In eben diesem Saal fand am 30. November eine Lesung mit Siegfried Ramler aus dessen Autobiographie statt.

 Siegfried Ramler
Geladen hatte unter anderem auch der BDÜ, aber ich wäre auch so gekommen, denn diese einmalige Gelegenheit wollte ich mir nicht entgehen lassen. Also machte ich mich trotz widriger Witterungsverhältnisse auf den Weg nach Nürnberg. Und die Mühe hat sich wirklich gelohnt! Es war fast schon unwirklich  jemandem zuzuhören, der an einem solch weltbewegendem Ereignis tatsächlich dabei war! Aktiv beteiligt, und zwar vom ersten bis zum letzten Prozess! 
Für meine Generation ist das alles Geschichte, selbst meine Eltern waren noch zu klein, um irgendetwas davon wirklich mitzubekommen, und es scheint einem oft in so weiter Ferne zu sein. Und dann trifft man einen Menschen - spricht mit ihm, gibt ihm die Hand (bekommt ein Autogramm!) - der dabei war, für den das ein Teil seines Lebens ist! Wirklich eine wunderbare Gelegenheit, v.a. als Übersetzer und Dolmetscher!

Herr Ramler hat seine Memoiren auf Englisch verfasst - die Sprache, mit der er die letzten 70 Jahre täglich gelebt hat -, erzählt hat er aber auf deutsch. Und das war meiner Meinung nach nach so langer Zeit erstaunlich gut. Klar fehlten im manchmal die Worte, oder er erwischte das fast-richtige. aber verstanden hat man ihn wunderbar, und auch, dass er eigentlich Österreicher ist, war nicht zu überhören!

Die Fragezeit war leider etwas kurz, aber ich wurde meine Frage beim anschließenden Signieren trotzdem los: Wieso außer ihm sonst keiner bis zum letzten Prozess als Dolmetscher durchgehalten hat? Wie das mit dem psychischen Stress war? Seine Antwort: Er war mit der jüngste Dolmetscher (22), die meisten anderen waren schon älter, im Ruhestand etc.

Er ist mit seinen fast 90 Jahren auf jeden Fall erstaunlich fit und munter, und ich wünsche ihm, dass er noch viele gesunde und produktive Jahre vor sich hat - und endlich auch mal Zeit für sich findet!



Das Buch ist beim Martin Meidenbauer Verlag erschienen.

Nachtrag:
Von meiner Mutter habe ich eben erfahren, dass eine Cousine meiner Großmutter während der Nürnberger Prozesse als Sekretärin gearbeitet hat. Leider ist sie schon vor ein paar Jahren gestorben - wieso erfährt man sowas immer erst, wenn es zu spät ist? Die Generation, die das alles noch gelebt und erlebt hat, geht langsam von uns, und nimmt ihr Wissen leider viel zu oft mit ins Grab...