Sonntag, 25. April 2010

RSS Feeds – auch für Übersetzer nützlich

Letzten Montag durfte ich meinen ersten Workshop für Übersetzer halten, und zwar bei der BDÜ Regionalgruppe Bayreuth/Hof. Genau genommen ist diese Gruppe ja "meine“ (ich wohne in Oberfranken), aber da mir Nürnberg wesentlich näher liegt (25 km vs. 60 km), gehöre ich dort dazu.

Aber zurück zum Workshop. Einige Mitglieder der Bayreuther Gruppe hatten sich schon länger gefragt, was es denn mit diesen orange-farbenen Buttons auf sich hat, wie sie funktionieren, und – natürlich am wichtigsten – inwieweit sie für Übersetzer relevant sind. Zu meiner angenehmen Überraschung kamen 12 wissbegierige Übersetzerinnen, die meisten mit Notebook bewaffnet, ins „Zentrum“ in Bayreuth, um mehr über diese Sache zu erfahren. Nachdem alle mit dem Hotspot verbunden waren, konnte es losgehen.

Nach einer kurzen Einführung, was RSS bedeutet und ‚was es macht’, ging es an die Praxis. Mittels Beamerverbindung meines Notebooks, so dass ich alle Schritte live zeigen konnte, durften alle das Abonnieren (u.a. natürlich auch meines Blogs :) ) ausprobieren. Da die meisten doch mit Mozilla Firefox arbeiten, konzentrierte ich mich hauptsächlich auf diesen Browser, obwohl ich auch kurz gezeigt habe, wie das Ganze mit Internet Explorer und auch Opera funktioniert. Außerdem habe ich noch verschiedene Browser-interne und Desktop-Reader vorgestellt, so dass die Teilnehmerinnen die verschiedenen Optionen einmal sehen konnten und dann für sich entscheiden, welches System sie für sich nutzen wollen. Bekanntlich hat ja jeder seinen eigenen Arbeitsstil und nutzt folglich auch verschiedene Methoden der Informationsbeschaffung und –verwaltung.

Zuletzt ging es dann natürlich um die Relevanz für den Übersetzeralltag. RSS Feeds werden ja hauptsächlich für Nachrichten und Blogs verwendet, und allzu oft hat man vor lauter Eilaufträgen und sonstigem Termindruck keine Zeit auch noch furchtbar viel zu lesen, v.a. Dinge, die nicht unmittelbar für die Arbeit nützlich sind. Aber selbst für die beschäftigsten Übersetzer können ein paar gut ausgewählte Abonnements von großem Vorteil sein, z.B. Blogs von Kollegen, die sich mit den sprachlichen, organisatorischen und unternehmerischen Tücken im Übersetzungsalltag beschäftigen oder auch das personalisierte Abonnement von MeinBDÜ-Foren. Letzteres ist eine Alternative zu den E-Mails, die man sich schicken lassen kann, wenn es etwas Neues in Foren von Interesse gibt, welche ja unter Umständen zu regelrechtem Spam ausarten können und dann eher hinderlich als informativ sind. Durch das Zusammenstellen der relevanten und/oder interessanten Foren in einen Feed, erscheinen neue Beiträge dort als News-Feed im eigenen Reader, wo man ja auch die Abfrageintervalle einstellen kann, und können dort nach Belieben gelesen werden.

Zum Schluss gab es noch einen Crashkurs im Blog-Erstellen, denn es kam die Frage auf, ob ein eigener Blog für die Regionalgruppe nicht auch nützlich zur Weitergabe von Information wäre, und zwar als Alternative zu den Mailinglisten, die immer wieder Probleme machen, wenn die Empfängerliste zu lang ist. Die Einträge in diesem Blog können ja auch nur für direkte Abonnenten (also Mitglieder der Gruppe) sichtbar gemacht und ebenfalls als Feed abonniert werden.
(Edit: Es hat inzwischen auch schon geklappt! Hier klicken.)

Alles in allem war der Workshop für alle informativ und nützlich, und ich denke, er hat den Teilnehmerinnen und auch mir Spaß gemacht.
Nach dieser ‚Generalprobe’ findet der Workshop auch noch einmal für die Regionalgruppe Nürnberg/Fürth/Erlangen/Bamberg statt, wozu alle Interessenten herzlich eingeladen sind (Termin und Ort werden noch bekannt gegeben).

Dienstag, 20. April 2010

Nadelstreifen-Rocker, Petersilien-Guru, Frühstücksverleumder

Eine Auswahl von Schimpfwörtern aus 50 Jahren Bundestagssitzungen
Bonn (dpa). Zwischenrufe gehörten in den vergangenen 50 Jahren zum festen Bestandteil des Bundestages, obwohl sie in der Geschäftsordnung offiziell gar nicht vorgesehen waren. Nicht selten kam es aber auch zu verbalen Entgleisungen. Im folgenden wird eine Auswahl von Kraftausdrücken dokumentiert, mit denen sich Volksvertreter aller Parteien seit 1949 gegenseitig traktiert haben:
Amokläufer, Anarchist, Armleuchter, Arschloch, Aufpeitscher
Banditentum, Bankrotteur, Bauernkiller, Beamtenkuh, Berufsdenunziant, Berufsrandalierer, Bierzeltredner, Bombenleger, Bruchpilot, Brüllorchester
Cheflügner
Dampfnudel, Depp, Dick, Doof, Donald Duck, Dösbaddel, Drecksau, Dreckschleuder, Dreckspritze, Dröhnbüdel
Eiertänzer, Ekel, Erpressungsminister
feiger Hund, Folterer, Frankenstein, Frauenheld, Friedhofsredner, Frühstücksverleumder
Galgenkandidat, Gangster, Gartenzwerg, Geldraffer, Generalschwätzer, Giftnudel, Giftspritze, Gnom, Graphomane, Großinquisitor, Gruselkomiker
Hampelmann, Harzer Roller, Hebammenkiller, Heiratsschwindler, Hilfsabgeordneter
Idiot, Irrer
Karnickel, Kläffer, Knallfrosch, Kopfjäger
Lackschuh-Panther, Leichenfledderer, Lügenbold, Lüstling
Massenmörder, Micky Maus
Nadelstreifen-Rocker, Naziflegel, NS-Schulungsredner
Ochsenfrosch, Obertünnes
Parasit, Petersilien-Guru, Pistolero, Pöbelkönig, Putzlumpen
Radaubruder, Ratte, Rotzjunge
Sauhaufen, Schlange, Schleimer, Schreihals, Schwachkopf Schwindelbude, Selbstbefriediger, Stinktier, Sumpfblüte
Terrorist, Tölpel
Verbrecher, Verleumder, Verrückter
Wollüstling, Wrack, Wühlratte
Zuhälter.

Donnerstag, 15. April 2010

Apostrophe - (k)eine Katastrophe / Apostrophe - (no) catastrophe

Apostrophe sind schon eine tolle Sache - wenn man sie richtig zu setzen weiß! Wenn nicht, kommen manchmal recht seltsame, lustige und mitunter auch ganz falsche Ergebnisse dabei heraus.
Aber es gibt eine gute Nachricht: Ines Balcik hat sich zu dem Thema Gedanken gemacht und ein wunderbar verständliches und einfach zu verwendendes Dokument erstellt, mit dem garantiert kein Apostroph mehr an der falschen Stelle landet, herunterzuladen hier.

The thing about apostrophes is that, while small, they can really change the meaning of what you are trying to say. Here's a cute little poster by The Oatmeal to help you set them correctly and write right. ;)

Montag, 12. April 2010

The Home Office: Fiction vs. Reality

Ian MacKenzie lets you take a look at what's really going on in the home office...

True, I do have two dogs, but I actually have to sit at the computer to work, so maybe not exactly like that... ;)

Mittwoch, 7. April 2010

Lebenslauf auf Amerikanisch


Die Globalisierung bringt nicht nur den weltweiten Austausch von Waren, sondern auch von Menschen mit sich. Heutzutage ist es längst nichts Ungewöhnliches mehr, sich auf eine Stelle im Ausland zu bewerben - auch außerhalb Europas. Ein Lebenslauf ist dabei unerlässlich, allerdings sollte man beachten, dass eine bloße Übersetzung meistens nicht ausreicht, ja, oft sogar das Gegenteil dessen bewirkt, was er eigentlich leisten soll, nämlich einen guten Eindruck erwecken und dem potentiellen Arbeitgeber einen Überblick über Fähigkeiten und Ausbildung zu geben. Im Folgenden ein paar Tipps für Bewerbungen über den Atlantik.

In Europa ist ein Lebenslauf im Allgemeinen eine Liste persönlicher und beruflicher Daten, die nach Datum organisiert sind. Sie beinhalten viele Details, z.B. Angaben über die Grundschule und das Alter der Kinder, die für einen Amerikaner nicht nur irrelevant, sondern möglicherweise auch verdächtig sind (es war so viel Platz im Lebenslauf, dass sie die Grundschule erwähnt haben?).

In den USA ist der Lebenslauf eine Zusammenfassung beruflicher Leistungen, muss nicht alles beinhalten und sollte nicht länger als eine Seite sein. Tatsächlich sind viele amerikanische Lebensläufe nicht nach Datum, sondern nach Leistungen oder Fähigkeiten geordnet. Außerdem wird jeder Lebenslauf auf den potentiellen Arbeitgeber abgestimmt.

Die folgende Liste beinhaltet Dinge, die einem amerikanischen Arbeitgeber eher signalisieren, dass der Lebenslauf künstlich aufgebauscht werden musste, weil es nicht ausreichend „echte“ Inhalte gibt - es sei denn, diese Dinge beziehen sich direkt auf den Job. Diese hauptsächlich persönlichen Informationen sollten nicht in einem Lebenslauf für den amerikanischen Markt zu finden sein:

·  Alter oder Geburtsdatum
·  Familienstand oder Kinder
·  Religion
·  Rasse oder Volkszugehörigkeit
·  Politische Mitgliedschaften
·  Foto
·  Unterschrift
·  Grundschule, weiterführende Schule
·  Minijobs oder Jobs, die nichts mit dem jetzigen Beruf zu tun haben (z.B. Ferienjobs, Kurzzeitjobs, etc.)
·  Hobbys oder Freizeitaktivitäten - sie sollten nur eingefügt werden, wenn Platz dafür ist
·  Ehrenämter oder Aktivitäten, die als umstritten angesehen werden könnten

Der Grund, warum viele Arbeitgeber diese Informationen nicht gerne im Lebenslauf sehen, ist, dass sie dadurch Gefahr laufen, wegen Diskriminierung in Schwierigkeiten zu geraten. In den USA werden Jobs grundsätzlich (wenn auch nicht immer perfekt) aufgrund von Leistung vergeben, und nicht aufgrund von Alter, Geschlecht, Aussehen etc. Die Erfahrung des Bewerbers sollte für sich selbst sprechen.

Allerdings gibt es keine festen Regeln und natürlich immer auch Ausnahmen, was sehr frustrierend sein kann. Wer sich z.B. für eine Stelle als Fernsehsprecher bewirbt, sollte auf jeden Fall ein Foto beifügen, denn das Aussehen spielt hier eine Rolle. Andererseits wäre es natürlich auch kontraproduktiv, Aktivitäten für eine Partei aufzuführen, wenn man sich für eine Stelle bei der Opposition bewirbt. Gute Kenntnisse der Zielkultur und gesunder Menschenverstand sind hier unerlässlich.

Amerikanische Lebensläufe können entweder chronologisch oder funktional (basierend auf Fähigkeiten und Leistungen) sein. Funktionale Lebensläufe eignen sich besonders für Menschen, die z.B. längere Zeit arbeitslos waren oder sich mehrere Jahre der Kindererziehung oder Pflege und Betreuung älterer Menschen gewidmet haben. Ein chronologischer Lebenslauf ist traditioneller und beginnt immer mit der letzten Anstellung, Ausbildung etc. Allerdings sind auch hier Leistungen und Fähigkeiten unbedingt zu nennen.

Außerdem beinhalten amerikanische Lebensläufe am Anfang im Allgemeinen auch ein so genanntes „Objective“, also ein paar kurze Sätze darüber, was man sich als berufliches Ziel gesetzt hat, erreichen möchte, warum man sich auf diese Stelle bewirbt etc.

Zu guter Letzt ist auch der Stil nicht unwichtig. Englisch ist an sich eine Sprache, die bevorzugt Verben statt Substantive verwendet. Das sollte auch bei der Formulierung im Lebenslauf bedacht werden, z.B. statt „Maintenance and restocking of inventory” besser „Maintained and restocked inventory“.

Ein guter Übersetzer sollte diese Dinge natürlich wissen und einen Lebenslauf auch entsprechend nicht nur übersetzen, sondern auch lokalisieren, also der Zielkultur anpassen.

Hier gibt es Beispiele für Lebensläufe und weitere hilfreiche Webseiten (auf Englisch):

Samstag, 3. April 2010