Freitag, 19. Februar 2010

Staatlich geprüft, öffentlich bestellt und allgemein beeidigt

So darf ich mich offiziell nennen. Und wer mit Übersetzern und Dolmetschern zu tun hat, dem sind diese Begriffe sicherlich schon begegnet. Aber was genau bedeuten sie?

Staatlich geprüft ist ja noch verständlich: Ich habe die entsprechenden staatlichen Prüfungen abgelegt und bestanden und bin somit berechtigt, die Berufsbezeichnung "staatlich geprüfte Übersetzerin und Dolmetscherin" zu führen. Aber was hat es mit öffentlich bestellt und allgemein beeidigt auf sich? Das Dienstleistungsportal Bayern gibt eine sehr gute Definition dazu:
Die öffentliche Bestellung und Vereidigung ist die in Deutschland vorgesehene, öffentlich-rechtliche und gesetzlich geschützte Auszeichnung für besonders qualifizierte und vertrauenswürdige Sachverständige[...]. Die öffentliche Bestellung hat den Zweck, Gerichten, Behörden und der Öffentlichkeit besonders sachkundige und persönlich geeignete Sachverständige zur Verfügung zu stellen, deren Aussagen besonders glaubhaft sind. [...] Öffentlich bestellte und vereidigte Sachverständige erkennt man an der gesetzlich geschützten Bezeichnung "öffentlich bestellt und vereidigt".
Übersetzer und Dolmetscher sind also Sachverständige, und zwar auf dem Gebiet der Sprachmittlung. Wenn also ein Gericht oder eine Behörde einen Sachverständigen für eine bestimmte Sprache benötigt, sei es nun schriftlich (Übersetzung von Dokumenten) oder mündlich (Dolmetschen z.B. bei einer Gerichtsverhandlung), können sie bei öffentlich bestellten und allgemein beeidigten Übersetzern bzw. Dolmetschern davon ausgehen, dass diese tatsächlich qualifiziert und vertrauenswürdig sind, ihre Leistung also problemlos anerkannt werden kann.

Da ich in Bayern wohne, gilt für mich das bayerische Dolmetschergesetz, welches genau festlegt wer zugelassen ist, wie die Bestellung vonstatten geht, und was zu beachten ist, sowohl bei der Vereidigung als auch bei der späteren Ausübung.

Bei der Beeidigung, in anderen Bundesländern auch Vereidigung oder Ermächtigung genannt, legt man eine Eid ab, dass man treu und gewissenhaft übertragen und alle sonstigen Pflichten gewissenhaft erfüllen wird. Außerdem gelten für förmlich verpflichtete, nichtbeamtete Personen verschärfte Strafvorschriften, die ebenfalls dazu beitragen sollen, dass die Sachverständigen ordentlich arbeiten.

In der Praxis bedeutet dies für mich, dass ich auf einer Liste stehe und jederzeit von einem Gericht oder einer Behörde in Bayern herangezogen werden kann, um etwas zu übersetzen oder zu dolmetschen. Natürlich darf ich mit gutem Grund auch ablehnen, allerdings werde ich irgendwann von der Liste gestrichen, wenn ich dies zu oft tue - schließlich will man ja keine Karteileichen. 

Die Liste der öffentlich bestellten und allgemein beeidigten Übersetzer und Dolmetscher wird auch Privatpersonen zur Verfügung gestellt (www.gerichtsdolmetscherverzeichnis.de), die z.B. für eine Eheschließung mit einem ausländischen Staatsbürger die entsprechenden Dokumente beglaubigt übersetzt benötigen und/oder für die Trauung einen Dolmetscher hinzuziehen müssen, weil der ausländische Partner nicht über ausreichende Deutschkenntnisse verfügt. Aber auch für Zeugnisse, Handelsregisterauszüge o.ä. wird immer wieder mal eine Übersetzung mit Stempel benötigt. Natürlich wird eine von einem in Bayern beeidigten Übersetzer erstellte beglaubigte Übersetzung auch in den anderen Bundesländern anerkannt und umgekehrt. 

Leider gibt es aber keine Garantie, dass in Deutschland beglaubigte Übersetzungen von Behörden im Ausland anerkannt werden. In manchen Ländern gibt es die Möglichkeit einer beglaubigten Übersetzung auch gar nicht. Ich habe aber noch nie erlebt oder von Kollegen gehört, dass etwas nicht akzeptiert wurde. Je nach Behörde kann eine Apostille oder Überbeglaubigung durch das entsprechende Landgericht oder Konsulat das ganze noch „offizieller“ machen. Im Falle eines Zeugnisses ist es immer gut, sich an die entsprechende Zeugnisanerkennungsstelle zu wenden. Auf jeden Fall ist es immer ratsam sich vorher bei den entsprechenden Stellen (Behörde, Universität, Arbeitgeber etc.) zu erkundigen, was genau wie und mit welchen Stempeln, Beglaubigungen, o.ä. benötigt wird. Und dann kann man sich vertrauensvoll an einen öffentlich bestellten und allgemein beeidigten Übersetzer wenden...

Mittwoch, 10. Februar 2010

Small Talk

As an English teacher, one of the things my students have asked me over and over is how to make small talk, for example before or after a business meeting or during a business lunch. What is so hard for them is not finding the right words or using correct grammar, rather they are worried about not knowing what to say to begin with. They are all German, and that is the difficulty: not the (lack of) language skills, but the cultural differences make small talk an uncomfortable topic for many people.
I found an interesting blog post and video on www.business-spotlight.de about precisely this issue, which offers a great and easy-to-remember comparison between German and American small talk. (For the full article and video, click on the link below.)
Basically, Germans are like coconuts when it comes to small talk: they are focused on the job and things relating to it and hard to crack - personal things are only revealed after a time of working together and getting to know one another better.
Americans, on the other hand, are like peaches: they carry their soft (personal) parts on the outside and don't feel any inhibition to ask about all sorts of personal things right from the start.
This is just an example of how two cultures affect the way we approach small talk, and there are of course as many more as there are cultures. Naturally, without any consideration for the other person's small talk style, things are bound to get a bit awkward. The best strategy is therefore to remember what your own style is and what type of small talker you are faced with and adjust both your thinking and your conversation. This may mean that you have to leave your comfort zone a bit, but would you rather let yourself get bothered or even upset by another person who is, after all, only making small talk?

http://www.business-spotlight.de/language-skills/videos/socializing/culture-and-small-talk - © karriere.de & Business Spotlight

Freitag, 5. Februar 2010

Es heißt nicht "nen Auto" o.ä.!! "Einen Auto" ist und bleibt falsch!

Diesen wirklich guten Beitrag meines Kollegen Michael Altmann möchte ich (mit seinem Einverständnis natürlich) gerne weiter geben - rettet die deutsche Sprache! :)
Da ich das jetzt leider immer öfter lese, muss ich das mal ansprechen. Betrifft die zunehmende Verwendung von „nen“ (also der umgangssprachlichen Abkürzung für „einen“) in geschriebenen Sätzen wie z.B. „Ich brauch nen neues Auto.“ NEIN!! Gefährlicher Fehler! Es heißt immer noch „das Auto“ und der Akkusativ heißt nun mal „ein (neues) Auto“. „Ein“ zu schreiben ist nicht schwieriger als „nen“ und warum kürzt man es wenn schon nicht einfach mit sowas wie „n“ ab – eben, wie man es umgangssprachlich auch ausspricht (worum es hier ja geht)? Dass Sprache ein flexibles und – zum Glück – sich ständig änderndes Gebilde ist, ist klar, aber wenn deutsche Muttersprachler so offensichtlich ihre eigenen Artikel nicht mehr hinbekommen, ist das bedenklich; selbst, wenn es sich momentan noch auf umgangssprachlicher Ebene abspielt. Und wer auch immer damit angefangen hat, hatte mit Sicherheit keinen sinnvollen sprachlichen Grund, der es natürlich rechtfertigen würde. (Ganz zu schweigen davon, wie dies Leute verwirrt, die versuchen Deutsch zu lernen und für die die Artikel ohnehin schon eines der größten Probleme sind.) Ich bin selbst nun wirklich kein Sprachpurist und würde selbst gerne einiges ändern, aber diese Sache mit „nen“ ist einfach nur schlimm, übelst falsch und – sprachlich gesehen – gefährlich. Langfristig gesehen ist die logische Folge nämlich, dass diese falsche Verwendung auch auf die Langform übertragen wird und „einen“ vor dem Neutrum verwendet wird (schlimmstenfalls auch in der Schriftsprache). Ich weise auf diese Entwicklung nur hin, weil ich in 10 Jahren, nur damit der Barkeeper mich versteht, nicht sagen müssen will: „Ich hätte gerne einen Bier.“ Nein, nicht wirklich.

Montag, 1. Februar 2010

Und noch ein Post zum Thema

Hier gibt es ein Interview mit Norma Kessler, Vizepräsidentin des BDÜs zum Thema Dolmetschen und Übersetzen, das den Unterschied sehr schön erklärt und noch mehr über die beiden Berufe verrät.