Samstag, 15. Juli 2017

Terminologie - alles andere als graue Theorie

Ich war diese Woche auf einer Fortbildung, und zwar bei der "International Terminology Summer School" an der TH Köln.
Klingt langweilig und trocken, war aber alles andere! Tolle Dozenten, interessante Themen (zumindest die meisten - ;-) ), super-nette Teilnehmer... und jetzt habe ich tausend und eine Idee für meinen Unterricht, damit auch meine Schüler bei dem Wort Terminologie nicht mehr das Gesicht verziehen müssen.


Freitag, 7. Juli 2017

Done!

It is finished!
Today was the last day of examinations for this year's crop of future translators and interpreters in Bavaria. The final result from our school here in Weiden:
Of the 12 candidates, 11 passed the written examinations, all 11 of those passed the oral examinations, and of the three interpreting candidates, the two who took the exams (the third one was ill) both passed.
Needless to say, we're pretty proud of the girls, and very happy for them.

They'll get their certificates in three weeks and can then officially call themselves "state-certified translators" and in two cases "...and interpreters" "for the English language". Congratulations!

Samstag, 1. Juli 2017

Kleiner Buchstabe ganz groß, und andere Neuerungen

Falls es noch nicht jeder mitbekommen hat: Seit dieser Woche gibt es einen neuen Buchstaben im deutschen Alphabet! Das scharfe S, auch "Eszett" genannt, kann man nun auch groß schreiben, was vielleicht nicht jedem als notwendig erscheint, für Eigennamen aber doch wichtig ist.

Bisher musste man das scharfe S bei einer Schreibweise nur mit Großbuchstaben mit "SS" ersetzen, was mitunter zu Verwechslungen führen konnte. Oder, wie ich von Kollegen gelernt habe, im technischen Bereich mit "SZ", was irgendwie eigenartig aussieht, aber wohl ganz üblich ist.

Außerdem gab es auch noch einige andere Neuerungen der Rechtschreibreform, nachzulesen hier.

Sprache


Links der kleingeschriebene Buchstabe "Eszett", rechts die Variante in Großschreibung. 
Quelle: SZ 
Foto: Stephan Jansen









Und wie schreibe ich das große scharfe S überhaupt am PC?
Mit der Tastenkombination ALT+7838. Das geht allerdings (noch?) nicht überall.
Hier hier auf dem Blog kommt dabei das raus: ×
In Word funktioniert es aber: ẞ (aus Word kopiert), ebenso in Outlook. In Excel wiederum nicht...
In memoQ funktioniert es, in SDL Trados nicht.

Im Notfall also entweder aus Word kopieren oder über die Zeichen auswählen.

Sonntag, 25. Juni 2017

Quote of the week (plus some thoughts)

“So avoid using the word ‘very’ because it’s lazy. A man is not very tired, he is exhausted. Don’t use very sad, use morose. Language was invented for one reason, boys - to woo women - and, in that endeavor, laziness will not do. It also won’t do in your essays.”

As someone who loves language and words and even gets to make a living with them, I am always interested in learning something new about how to write and express myself better. The quote above is good advice, albeit somewhat old-fashioned and biased, but the basic point is well-taken (I hope): use your words with intention, particularly when writing, and try your best to make it interesting and fun for the recipients.

Diana Urban has posted about other overused words on her blog, and I can only recommend reading "43 Words You Should Cut From Your Writing Immediately" to everyone wanting to improve his or her style.

And if you feel somewhat less creative, take a look at the cheat sheet over at SmartBlogger offering 297 words and their better alternatives.

Freitag, 16. Juni 2017

Wie viele Nullen braucht das Land ...

... oder besser gesagt: ein Angebot?
Dieser Frage geht Walt Kania von The Freelancery nach, und seine Antwort: maximal eine.
Seine Begründung? Eine runde Zahl, wie zum Beispiel 2000€, erweckt den Eindruck der Willkür, wohingegen zum Beispiel 2180€ den Anschein genauer Überlegung und Kalkulation hat - und zwar völlig unabhängig davon, ob das tatsächlich so ist oder nicht. Den ganzen Artikel gibt es zum nachlesen hier (auf Englisch).

Pure Psychologie also.

Trotz allem aber vielleicht doch eine gute Idee, denn schließlich wollen die meisten Kunden (und ich rede jetzt nicht von Übersetzungsagenturen, die wissen, wie der Preis entsteht) einfach nur eine Zahl: "Was kostet da Ganze?" Wie dies Zahl zustande kommt - auf Wort-, Satz- oder Zeichenbasis, aufgrund eines Stundensatzes, oder was auch immer - interessiert so gut wie keinen.

Und auf den Einwand, dass man es ja doch erklären können muss, wieso eine Übersetzung oder der Dolmetscheinsatz jetzt "so viel" kostet, würde ich sagen:
Zum einen kann ich die Anzahl, wie oft mir das passiert ist, an einer Hand abzählen. Zum anderen heißt diese Art der Nachfrage aber entweder, dass der Kunde zum ersten Mal mit so etwas zu tun hat, und dann ist sowieso ein bisschen Erklärung vonnöten, oder aber, der Kunde legt mehr Wert auf den Preis als auf die Qualität, und dann sollte ich mir unter Umständen gut überlegen, ob ich diesen Kunden denn auch unbedingt haben möchte.

Oder was ist Ihre/Eure Meinung dazu?

Freitag, 9. Juni 2017

Oh, those pesky typos

Anyone working with words, be it as a writer, a teacher, a translator, or similar, knows exactly what I mean. No matter how many times you look over and read through something, there is bound to be a typo hidden somewhere in that text, and it's not even a matter of how long it is - even single-sentence tasks can hide them quite well from the author's eye.

I'm not a touch typist (primarily because I switch the keyboard layout between languages), but I am pretty fast. Unfortunately, that means my brain sometimes gets ahead of my fingers, resulting in typos, left-out words (or even phrases), spaces in the wrong place, etc.
Of course I use spellcheckers, but if the word exists, yet it is in the wrong context, it won't show up with that red squiggly line underneath.

Today's CAT tools usually have some kind of quality management tool included, and there are plenty of programs for that purpose, helping with numbers, terminology or even grammar. But even they don't see everything - it's algorithms, not a brain, after all.

One trick I use before turning in my translations, for example, is to look at it again the next day or, if I don't have that much time, to do something different in between and then look at it again.
Reading the text out loud is also helpful, especially when it is of a less technical and more creative nature, like advertising.
Having a second (or maybe even third) pair of eyes proofread it would of course be ideal, but that's not always an option in every situation.
Especially when the translation was difficult, long, involved a lot of research, or when it was finished at the end of a long day, I am astounded (and a little embarrassed) at the errors that slipped in.

Wired.com has an article on just this problem of typos (you can read it here), and I found it comforting to read that there is nothing wrong with me (or my brain), just because I make typos. On the contrary, it apparently shows that I am working at such a high level that my brain simply has more important things to do than deal with things as trivial as spelling.

So, after reading through this post several times, I hope I was able trick my brain into seeing it as brand new and catch all the mistakes... But if you find still something - you may keep it, as one of my colleagues put it! ;-)

Samstag, 3. Juni 2017

Von A nach B

Diese Woche habe ich einen Auftrag von einem neuen Kunden bekommen, und zwar die Übersetzung der Webseite und, nachdem sie mein Angebot dafür angenommen hatten, passend dazu auch die der Imagebroschüren - "damit alles den gleichen Sprachstil hat".

Allein schon diese letzte Aussage hat mich gefreut, denn hier war endlich mal jemand, der verstanden hat, dass Übersetzung eben nicht gleich Übersetzung ist, weil jeder Übersetzer und jede Übersetzerin einen eigenen Schreibstil hat und die zielsprachigen Texte verschiedener Personen zwar alle gut und richtig sein können, aber eben unterschiedlich klingen. Und wenn ein Unternehmen einen einheitlichen (und somit ja auch professionellen) Eindruck bei potentiellen Kunden hinterlassen möchte, ist das extrem wichtig.

Die Unterhaltung, die dann folgte, hat mich zugleich noch glücklicher, aber auch traurig gemacht. Scheinbar hatte der Kunde zuvor mit verschiedenen Übersetzungsagenturen gearbeitet und war mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden, weil die übersetzten Texte genau so klangen - nach übersetzten Texten. Die bei einem solchen Werbematerial verwendete Sprache, oft ja auch etwas blumig und überschwänglich, verwendet viele idiomatische Ausdrücke, die sich eben nicht einfach so mehr oder weniger wörtlich in eine andere Sprache übertragen lassen. Hier zeigt sich dann, wer einfach nur die Wörter übersetzt und wer in der Zielsprache schreibt.

Bei Ersterem versteht man zwar, was gemeint ist, aber es klingt komisch und eben übersetzt, nicht so, als hätte ein Muttersprachler den Text geschrieben. Aber genau das ist es ja, was eine wirklich gute Übersetzung ausmacht! Natürlich ist der Inhalt das Wichtigste. Aber der Text sollte auch angenehm zu lesen sein. Man sollte nicht über eigenartige Formulierungen oder gar teils kryptische Aussagen stolpern, bei denen man dreimal lesen muss, um zu erahnen, was gemeint ist.
Wenn der Leser nicht mehr sagen kann, ob der Originaltext in seiner Muttersprache geschrieben oder "nur" übersetzt wurde, ist das Ziel erreicht.

Für mich ist das ja selbstverständlich, ganz besonders bei solchen Texten. Scheinbar gibt es aber leider immer noch viel zu viele Übersetzer und Agenturen, die darauf keinen Wert legen, und eben leider auch viel zu viele Kunden, denen das nicht bewusst ist, zum Teil, weil sie der Zielsprache nicht mächtig sind und die Übersetzung überhaupt nicht bewerten können, zum Teil aber auch, weil das Bewusstsein dafür, was Übersetzen eigentlich ist, einfach nicht da ist.

Wenn es nur um die Verwandlung von Wörtern aus Sprache A in Sprache B ginge, wären die ganzen maschinellen Übersetzungsprogramme ja ausreichend. Ja, auch die werden immer besser, aber sie können nicht schreiben, sondern nur mittels Algorithmen Wörter und Phrasen ersetzen. Und das hört man dann auch. Und egal, wie weit sich diese Programme inzwischen auch schon entwickelt haben, bis die das auch können, wird es noch lange dauern.
Wirkliches, gutes Schreiben können eben nur Menschen, weil wir kreativ sind (was Maschinen gar nicht sein können), und da eben auch nicht einfach jeder, der zwei (oder mehr) Sprachen spricht.
Jeder wirklich gute Übersetzer, jede wirklich gute Übersetzerin muss auch gut schreiben können, damit ihre Texte eben nicht nach Übersetzungen klingen.
Und wenn ein Kunde dann genau darum bittet, freut sich mein Übersetzerherz!